Paarprobleme: Ein Potenzial

Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sicherheit

Fotograf: M. Schultheis
Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sicherheit

Partnerschaft ist der wichtigste private Raum in Ihrem Leben, um Geborgenheit, Zärtlichkeit, Sicherheit und Inspiration zu erfahren. Es ist einfach, eine Beziehung aufrecht zu erhalten, wenn sie gut verläuft. Aber wenn dies einmal nicht mehr der Fall ist, ist Bereitschaft und Entschlossenheit nötig, Opfer zu bringen und aktiv Schritte zu gehen, die sein müssen, um eine Beziehung wieder auf einen guten Weg zu bringen. Anstatt sich damit abzufinden, dass es in der eigenen Partnerschaft belastende Probleme gibt oder sich zu trennen, um bei einem neuen Partner nur die gleichen Schwierigkeiten zu erleben, entscheiden sich vorausschauende Paare für eine Paartherapie, um ihre Probleme zu lösen und eine dauerhaft erfüllende Partnerschaft zu ermöglichen.

Die Bereitschaft sich zu trennen ist in unserer heutigen Gesellschaft rasant gestiegen. Jede zweite Ehe in der Stadt und jede dritte auf dem Land wird geschieden. Hinter dieser nüchternen Feststellung liegt oft viel Leid und Enttäuschung. Das ist bedauerlich, denn in Paarproblemen liegt ein positives Potenzial. Wenn es Ihnen gelingt, gemeinsam mit Ihrem Partner die Klippen einer Beziehung zu meistern, wächst Ihre Liebesfähigkeit. Sie werden erst dann mit Sicherheit das Gefühl haben, wirklich zu lieben und geliebt zu werden, wenn Sie mit Ihrem Partner Höhen und Tiefen überstehen. Beziehungsprobleme bringen Sie auch immer in Kontakt mit sich selbst und laden Sie ein, sich Ihren eigenen Schwachpunkten zu widmen.

Behandelte Aspekte

  • Alltagskonflikte
  • Differenzen und Schwierigkeiten in der Kindererziehung
  • sexuelle Probleme
  • einschränkende Beziehungs- und Rollenmuster
  • mangelnde emotionale Tiefe in der Begegnung
  • Eifersucht
  • Verlustängste
  • Macht
  • Ohnmacht
  • Verhältnis zu einem anderen Partner
  • mangelnde Lebensfreude im Zusammensein
  • nicht aufgearbeitete Verletzungen (Altlasten einer Beziehung)
  • Kindheitsmuster, die sich in aktuellen Beziehungsmustern wiederfinden
  • unterschiedliche Nähe- und Distanzwünsche
  • konstruktiv streiten lernen

Unsere Haltung

Das gemeinsame Band stärken

Fotograf: N. Maskus
Das gemeinsame Band stärken

In unserer Begleitung sind wir niemals Schiedsrichter, der dem einen oder anderen Partner Recht gibt. Statt dessen helfen wir verknotete Beziehungen zu entwirren und unterstützen jeden, seine Anteile zu finden. Wir betrachten die Partnerschaft immer von einer positiven Perspektive. Das bedeutet: Wir schauen, wie sich das gemeinsame Band stärken läßt, welche Qualitäten vielleicht schon oder noch da sind und weiterer Stärkung bedürfen, anstatt „nur in Problemen zu wühlen“.

Wir sehen eine Beziehung als wichtigen Spiegel, der Ihnen zeigt, wer Sie sind. Dieses Wissen ist wesentlich für ein bewusstes Leben, das nach Vervollkommnung strebt. Anstatt das Opfer von Beziehungsproblemen zu bleiben, denen jede Seite hilflos ausgesetzt ist, verhilft der ständige Blick in den Beziehungsspiegel dazu, eigene die Beziehung belastende Anteile zu erkennen. Mit dieser Erkenntnis wird es möglich, für sich und damit auch für die Beziehung Verantwortung zu übernehmen. Wenn Ihnen dieser Schritt zur Verantwortlichkeit gelingt, entwickelt sich Ihre eigene Person wie auch Ihre Beziehung zum Besten.

Die Methoden

Eine Paartherapie ist kein Ersatz für eine Einzelbegleitung. Das heißt, dass sich auch die Methoden unterscheiden. Wir arbeiten mit verschiedenen Methoden, die das Paar auch zu Hause im gemeinsamen Alltag anwenden lernt. Alltagserleben und Paartherapie greifen somit direkt ineinander. Die wichtigsten Methoden in Kurzform:

  • Konstruktive Gesprächsführung: Missverständnisse und Verletzungen können vermieden werden, wenn ein Paar lernt, auf konstruktive Weise miteinander zu sprechen. Sie lernen gegenseitige Entwertungen auszuschließen und sachliche von emotionalen Konfliktthemen zu trennen.
  • Kindheit und Familiengeschichte: Sie lernen den Zusammenhang zwischen aktuellen Beziehungsproblemen und Kindheitsmustern erkennen. Sie lernen mit alten und neuen Verletzlichkeiten besser umzugehen und sie zu heilen.
  • Nähe- und Distanzarbeit: Sie lernen Ihre eigenen Nähe und Distanzwünsche verstehen und Ihrem Partner gegenüber auszudrücken. Sie lernen seine Nähe und Distanzwünsche nicht mehr in negativer Weise auf sich zu beziehen.
  • Hausaufgaben: Nach jeder Paarsitzung stellen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner konkrete „Hausaufgaben“, um die Ergebnisse der Sitzung direkt im Alltag überprüfen und vertiefen zu können.
  • Achtsamkeitsübungen für körperliche und emotionale Prozesse: Oft stellt ein Paar im Nachhinein fest, dass ein Streit eigentlich unsinnig war, da es nur um eine Lappalie ging. Im Moment des Geschehens schlagen die Wellen jedoch so hoch, dass Verletzungen „automatisch“ ablaufen. In Achtsamkeitsübungen lernen Sie sich besser kennen, um bewusster und verantwortlicher handeln zu können und nicht mehr blind auf Knopfauslöser zu reagieren.
  • Sexualitätsklärung: Sexuelle Wünsche und Schwierigkeiten werden im Gespräch thematisiert und spannungslösende Wege gefunden.

Der äußere Rahmen

In kurzfristigen akuten Beziehungskrisen können bereits eine oder wenige Paarsitzungen Spannungen lösen und ein weiteres Miteinander ermöglichen. Sich diese Hilfe zu holen, ist sicherlich besser, als tagelang verwundet und/oder feindselig nebeneinander herzuleben.

Als intensive Kurzzeittherapie insbesondere für Paare, die zu weit entfernt leben, um einzelne Paarsitzungen in Anspruch nehmen zu können, oder die in kürzester Zeit möglichst viel bewirken wollen, empfehlen sich mehrere Sitzungen (2 – 6) während eines Wochenendes bei uns auf dem Land (Wegbeschreibung) mit Unterkunft und Verpflegung (s. Therapie IntensivUrlaub für ein Wochenende oder mehrere Tage).

Sie können entweder vereinzelte oder regelmäße Therapiestunden in Köln oder bei uns in der Vulkaneifel (Essingen) nehmen.

Wenn Sie sich als Paar einer gründlicheren Beschäftigung mit Ihrer Beziehung widmen möchten, empfehlen wir einen Zeitrahmen von zunächst 10 Paarsitzungen möglichst im wöchentlichen allenfalls 14 tägigen Abstand. Während dieser Phase oder in deren Anschluss kann sich für beide Partner jeweils eine Einzelbegleitung als besonders wirkungsvoll erweisen. Denn manchmal tauchen in der Paartherapie bei einem oder beiden Partnern unverarbeitete Konflikte aus der Kindheit auf, die eine individuelle Beachtung benötigen. Während der Phase der Einzelarbeit kann es sehr sinnvoll sein, entweder in größeren Zeitabschnitten (alle 4 Wochen) gemeinsam als Paar wiederholt Refreshingsitzungen oder in erneuten Beziehungskrisen Interventionssitzungen wahrzunehmen. Eine Kombination von Einzelbegleitung und Paartherapie hat sich als besonders effektive Vorgehensweise herausgestellt, die eigene Beziehungsfähigkeit und die Tragfähigkeit der Partnerschaft zu stärken.

Die Schwelle überschreiten

Verbindung statt Trennung

Fotograf: N. Maskus
Verbindung statt Trennung

Oft führt der in Beziehungskrisen entstandene eigene Verwundungsschmerz dazu, in diesem zu verharren und darauf zu warten, dass sich die Beziehungsituation verändert. Jeder wünscht sich vom Anderen, den ersten Schritt zu machen (weil man ihn ja schließlich für schuldig am eigenen Schmerz hält) und dass er sich um die eigene Verletzung kümmert. Selbst wenn dies immer wieder gelingen mag, vergeht bis dahin wertvolle Zeit (Stunden, Tage oder selbst Wochen), die das Krisenpaar statt in erfüllender Verbindung mit einander in schmerzhafter Trennung neben einander verbringt. Starke Gefühle von mehr oder minder verdeckter Wut, Ohnmacht, Misstrauen, Verachtung und Hass zersetzen oft schleichend und irreparabel die Basis einer Beziehung. Es ist äußerst wichtig, wenn Ihnen noch etwas an Ihrer Beziehung liegt, diesen erodierenden Gefühlen möglichst schnell den Nährboden zu entziehen und die Schwelle zu überschreiten, sich kompetente Hilfe für sich und Ihre Beziehung zu holen.

Sollte Ihr Partner eine gemeinsame Paartherapie ablehnen, probieren Sie statt zu streiten andere Möglichkeiten aus, die hier beschrieben sind. Lassen Sie sich nicht von der nötigen Unterstützung für Sie selbst abhalten, wenn Ihr Partner kein Interesse an einer gemeinsamen Paarsitzung hat. Wenn Sie für sich den Weg in eine Einzelbegleitung finden, sorgen und übernehmen Sie Verantwortung für sich. Das heißt, Sie nehmen Ihr Wohl in Ihre eigenen Hände. Dies wird sich auch auf Ihre Beziehung auswirken.