Sommer und Sinnlichkeit

Wir haben Sommer. Mag sein, dass er nicht ganz Ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht. Dennoch, es ist zweifelsohne Sommer. Der Sommer ist eine sehr sinnliche Jahreszeit: Seine Düfte, die Farbenpracht seiner Blüten, seine Wärme auf der Haut, sein helles Licht.Nehmen Sie seine reichen Geschenke wahr? Um seine Geschenke zu erhalten, brauchen Sie wunderbarerweise nichts zu tun.

Sie brauchen sie sich weder zu verdienen noch eine Gegenleistung zu erbringen. Sie sind einfach da für Sie in verschwenderischer Vielfalt und überquellender Fülle. Sie besitzen bereits alles, was Sie dazu benötigen, um sie zu sich kommen zu lassen: Ihre Sinne. Wollen Sie Fülle und Vielfalt des Sommers mit Ihrer ganzen Wahrnehmungsfähigkeit kosten, dann benötigen Ihre Sinne Ihre aufmerksame Fürsorge in einer Umgebung, die betäubend auf die äußerst hohe Feinfühligkeit ihrer Sensoren wirkt. Der Lärm unserer Umwelt betäubt unser Gehör, künstliche Geschmacks- und Geruchsstoffe sowie Rauchen stumpfen den Geschmacks- und Geruchssinn für natürliche Ingredienzien ab. Sie stumpfen Geschmacks- und Geruchssinn nicht nur ab sondern irritieren und verfälschen sie mit der Wirkung, dass künstliche Stoffe als schmackhafter und besser riechend empfunden werden. Auf diese Weise verlieren wir nicht nur unsere Sinne als Tore zum Reichtum der Natur sondern unser Lustempfinden wird eingeschränkt.

Unsere Fähigkeit Lust zu spüren lässt uns lebendig und sinnlich fühlen, gibt uns Lebensfreude und -energie, füllt uns aus und verhilft uns zu erhöhter Präsenz. Sie bewirkt eine innige Verbundenheit mit sich selbst und dem Auslöser des Lustempfindens. Lustempfindsamkeit und Sinnlichkeit wirken sich auch auf unsere Beziehungen aus. Je mehr wir diese Qualitäten in uns verspüren und pflegen, umso lebendiger, farbiger und inniger wird unsere Paarbeziehung. Sie verhelfen uns, unserem Partner selbst nach einer langjährigen Beziehung im erfrischenden Jetzt zu begegnen.

In einem Leben, indem wir uns in Gedanken fast ständig mit Planen, Erledigen und Organisieren beschäftigen, was dazu noch alles möglichst schnell geschehen soll, wird es immer wichtiger, sich selbst, seine Umgebung und Mitmenschen zu spüren. Wir benötigen Freiräume und -zeiten, um uns statt unseres fortwährenden Gedankenflusses unseren Sinnen zu überlassen, ihrer Wahrnehmung und ihrem Verweilen in dem, was ist. Das Wichtigste, was es dazu braucht, ist Zeit, da Sinneswahrnehmung Zeit benötigt, um Eindrücke aufnehmen zu können. Wenn der Gedanke kommen sollte: “Dazu habe ich keine Zeit!” bedeutet dies nichts anderes als: “Ich habe keine Zeit zum Leben!” Wozu dann gibt es mich?

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