Wenn die Wellen hoch schlagen …

Gehen Sie nicht unter, wenn in einem Beziehungsstreit die Wellen hoch schlagen!

Die Folgen sind bekannt: Man schlägt nur noch wild um sich, verliert sich in der Trübheit von Gefühlen und verletzt dabei sich und den Anderen. Niemand gewinnt, Gräben zwischen beiden Partnern werden aufgeworfen oder vertieft. Die Liebe erhält Risse, von der sie sich vielleicht nicht mehr so einfach erholt.

Statt den Kontakt zu sich selbst zu verlieren und sich zu verlassen, sprich “außer sich zu sein”, besteht die Kunst darin, bei dem zu bleiben, was wirklich ist und nicht in meist lang bekannte Horrorfilme abzugleiten, in denen man immer wieder dieselbe zerstörerische Hauptrolle spielt. Die Kunst besteht darin, nicht wie ein Automat auf einen Auslöser in immer der gleichen Art zu reagieren sondern sich angemessen in der Beziehungssituation zu verhalten.

Wenn-die-wellen-hoch-schlagenFoto: M. Schultheis

Außer sich im Streit

Dies ist nicht so einfach, weil mächtige (Ohnmachts-) Gefühle aus unserer Kindheit geradezu in unser Wesen eingebrannt sind und uns auch als Erwachsene überschwemmen. Unbewusst nehmen wir an, immer noch um unser Überleben kämpfen zu müssen. Wie können wir erreichen, einen klaren Kopf zu behalten, wenn in einer Beziehungssituation Spannung aufkommt?

Zunächst ist es sehr hilfreich, sich selbst gut zu kennen. Damit ist gemeint, seine (Liebes-) Defizite aus der Kindheit und den daraus erwachsenen Schmerz zu kennen und zu verstehen, welche Verhaltens(überlebens)strategie das Kind von damals anwendete, um Schmerz und Defizit so gering wie möglich zu halten. In der therapeutischen Arbeit ist dabei der Kontakt zum “inneren Kind” eine äußerst wirkungsvolle Methode “bei sich zu bleiben”. “Bei sich zu bleiben” bedeutet in naher Verbindung zu sich selbst zu bleiben und sich nicht in Vorwürfen und Anschuldigungen dem Partner zuzuwenden und damit sich selbst und sein “inneres Kind” zu verlassen.

Dazu ist es unverzichtbar, aufkommende Gefühle bewusst wahrzunehmen und weiter zu spüren, welches Gefühl hinter dem soeben empfundenen Gefühl liegt und welches Gefühl sich dahinter befindet. Bis schließlich die ursprüngliche emotionale Wunde von Verlassensein und Ungeliebtsein erreicht ist. Dieser Prozess ist nicht besonders angenehm, da Schmerz und Verzweiflung des damaligen Kindes oft heftig zum Vorschein treten. Hierbei ist wichtig, dass der Erwachsenenanteil (möglicherweise mit Hilfe des Therapeuten) stark genug ist, um genügend präsent sein zu können, den kindlichen Schmerz zu halten. Indem jemand da ist, sei es hilfsweise zunächst der den Prozess begleitende Therapeut oder später der Erwachsene selbst, der sich in Empathie der Not des Kindes zuwendet, kann Heilung geschehen.

Eine andere Möglichkeit, zu verhindern im Beziehungsdrama zu versinken, besteht darin, den inneren Zeugen oder Beobachter (und damit den Erwachsenenanteil) so zu stärken, dass die Präsenz für das, was ist, nicht untergeht. Erst indem eigene Gefühle bewusst wahrgenommen werden, besteht die Möglichkeit, mit sich selbst in Kontakt zu bleiben, sich selbst nahe zu sein, ohne sie zwanghaft ausagieren zu müssen und sich im “du zu verlieren”.

Präsent zu sein befähigt, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben statt sein eigenes Horrorszenario zu inszenieren: “Es hat ihr nur mein Geschenk nicht gefallen. Das heißt nicht, dass Sie mich nicht mehr liebt!” Präsenz bei Meinungsverschiedenheiten kann auch nützlich sein, um herauszufinden, um was es bei dem Beziehungsthema eigentlich geht. Die Stärkung von aufmerksamer Präsenz kann durch eine Körpertherapie, die diesen Aspekt vermittelt, und durch regelmäßige Meditation erfolgen.

Das JOY: Institut für Einzel- und Paartherapie hat sich zur Aufgabe gestellt, Menschen darin zu unterstützen, eine erfüllte Beziehung zu sich selbst und ihrem Lebenspartner zu entwickeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.